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07.03.2024

Neues Instrument

„Du spielst jetzt Schlagzeug“

Das war die klare Ansage ihres Vaters an Anna Wojtas, nachdem der Unterricht bei ihm mit seinem Berufsinstrument Klarinette nicht so gut harmonierte. Das Schlagzeug war neu an der polnischen Musikschule, wo Anna aufwuchs, und die Eltern hofften, dass die überschüssige Energie ihrer Tochter mit diesem Instrument abgebaut werden konnte.

Das war ein Glücksgriff, denn die Energie bündelte sich und entfaltete sich an dem Instrument. Anna ging mit 13 Jahren in ein Musikinternat und nach dem Abitur kam sie 2018 nach Nürnberg, um an der Musikhochschule zu studieren. Inzwischen hat sie ihren Bachelor of Music in der Tasche, ihren Mann Alberto Diaz Castillo gefunden und geheiratet und zusätzlich zum Masterstudium die Nachfolge von Rainer Weber an der Sing- und Musikschule Igensdorf übernommen. Bei einem ersten Vorgespräch mit Frau Sabine Fischer, Leiterin der Sing- und Musikschule, hatte sie gefragt, ob es möglich wäre, die Instrumente des klassischen Schlagzeugs zu erweitern. Dazu gehört, neben dem sogenannte Drum-Set, z.B. Pauken, Becken, Xylophon, diverse Effektinstrumente, die berühmte Triangel und eben auch das Marimbaphon.

20 Jahre Förderverein der Sing- und Musikschule

Fischer stimmte dem zu und schlug die Beschaffung auch dem Förderverein der Sing- und Musikschule, Michael Broß, vor. Broß freute sich über die Möglichkeit, anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Fördervereins eine so große Anschaffung unterstützen zu können. „Wir verwenden die Beiträge unserer Mitglieder und das, was bei Konzerten durch die Bewirtung eingenommen wird, um die Musikschule zu unterstützen. Schön, dass wir zum Jubiläum so ein tolles Instrument beschaffen konnten. Dann sehen die Mitglieder auch, was wir mit den nur 15 Euro/Jahr tun“, erklärte er.

Beeindruckend in Größe und Klang

Das fast 3 Meter breite Instrument verfügt über etwa 5 Oktaven (62 Töne). Die Holzklangstäbe aus Paduk werden mit Resonanzröhren verstärkt und erzeugt einen dunkleren und volleren Klang als ein Xylophon. Gespielt wird mit einem oder zwei Schlägeln in jeder Hand, die einen aus Wolle gegarnten Kopf haben. Den ersten Einsatz des Marimbaphons planen Wojtas und Fischer zum Sommerkonzert der Musikschule am 14. Juli 2024 ab 17 Uhr, in der Aula der Grundschule. Auch wenn das jedes Mal bedeuten wird, das Instrument in Einzelteilen vom Schlagzeugraum in die Aula und zurückzubringen. Seit das Marimbaphon im Schlagzeugraum steht, wird es begeistert von allen Schülerinnen und Schülern der größten Musikschulklasse angenommen. „Jetzt brauchen wir nur noch ein passendes Podest für die Kleinsten, sonst können die nicht darauf spielen. da suchen wir noch“, so Fischer.

Wer das Instrument erleben möchte, ist schon jetzt herzlich zum Sommerkonzert eingeladen. „Wir nehmen auch gerne noch Mitglieder in den Förderverein auf, um weitere Instrumente anschaffen zu können“, ergänzt Broß mit einem Augenzwinkern.

Bild und Text: Sabine Büssert

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